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Geschichte: Wishing Well (Titel noch nicht festgelegt)

Also gut, hier mal der Anfang von etwas selbst geschriebenen..


 

Kapitel 1

Das was wir erwarten hält uns in der Balance. Das was wir nicht erwarten, ist was uns verändert. Greys Anatomy

Wir saßen am Rand des Sprungbeckens und kniffen die Augen zusammen. Der zehn Meter war gerade offen und wir starrten angestrengt nach oben. Liss würde mich ohne zu zögern umbringen, wenn ich versucht hätte sie von hier wegzukriegen. Auch wenn ich nicht wusste auf wen sie es momentan wirklich abgesehen hatte, ich konnte nur hoffen es war Chris oder einer von seinen Freunden, wie Jonas oder Daniel. Wir hielten angespannt die Luft an, als der Erste sprang. Es fing an mit Flo, Chris´ älterer Bruder, danach sah ich nicht mehr genau wer sprang, da sie alle kurz hintereinander ihre mehr oder weniger eindrucksvollen Kunststücke vorführten. Ich seufzte als Liss begeistert quietschte.

„Hast du das gesehen?! Das war ja unglaublich! Ich wusste gar nicht dass dein Bruder das kann.“

Oh nein. Das Thema also wieder. Wobei wieder nicht ganz richtig war. Immer noch traf es wohl besser. Vor einem halben Jahr hatte sie mir gestanden –unter Einfluss von zu viel Alkohol- dass sie etwas für meinen Bruder übrig hatte. Meine erste Reaktion war schlicht und einfach.. Schock. Als nächstes irgendwie Verständnis und das nutzte Liss schamlos aus. Sie heckte einen Plan nach dem anderen um Tobi auch nur über den Weg zu laufen. All ihre Pläne liefen jedoch mächtig schief, da mein Bruder schließlich mit seiner Flamme Susan zusammenkam. Susan war lange mit Tobi in einer Klasse gewesen, und schon immer heimlich in ihn verliebt. Als sie dann nach einem viertel Jahr, das sie in England verbracht hatte, zurückkehrte, war mein normalerweise nicht sehr zielstrebiger Bruder mit allen Mitteln darum bemüht gewesen, sie für sich zu gewinnen. Mit Erfolg. Für Liss war damals eine Welt zusammengebrochen, und sie hatte sich von da an für unzählige Typen interessiert, die sie im Grunde doch nicht wollte. Ich wusste nicht ob Tobi etwas von ihrer Schwärmerei mitbekommen hatte, doch ich hatte den leisen Verdacht, dass er es geahnt hatte. Jedenfalls hatte sie schon seit längerem ihre Annäherungsversuche eingestellt und ich rechnete eigentlich nicht mehr mit einem „Rückfall“ ihrerseits. Eigentlich.

„Hey Sophie!“, rief eine glockenhelle Stimme. Unverkennbar die von Susan, die ich jetzt winkend auf uns zu laufen sah. Sie erinnerte mich jedes Mal an einen Engel wenn sie so strahlte, und das tat sie eigentlich ständig. Sie trug ihre hellblonden Korkenzieherlocken, die ihr knapp auf die Schultern reichten, offen und so wippten sie bei jedem ihrer Schritte auf und ab. Sie setzte sich neben mich ans Becken und grüßte Liss freundlich, die jedoch ein „Hi“ mehr grummelte.

Meine Freundin beugte sich zu mir herüber und zischelte verächtlich „Wo hat sie denn den Fetzen von Bikini her?“

Ich warf einen flüchtigen Blick auf den weinroten Bikini von Susan, der ihr hervorragend stand. Kein Wunder, an ihr sah so ziemlich alles gut aus. Susan war groß und schlank, und wenn sie nicht die Lehre für Hotelmanagement machen würde, könnte sie locker als Model jobben. Ich konnte zwar nicht verstehen, warum sie ausgerechnet mit meinem meist mürrischen großen Bruder zusammen war, aber sie waren glücklich, also konnte es mir ja egal sein.

„Jetzt hab dich mal nicht so, Liss“, widersprach ich ihr, und sie warf mir einen mörderischen Blick zu. Sie war also noch nicht ganz über Tobi hinweggekommen. Und natürlich war sie auch wenig davon begeistert, dass ich mich mit Susan ziemlich gut verstand.

„Wo sind denn die Jungs?“, fragte mich Susan in diesem Moment. Sie schien nichts von Liss´ Eifersucht mitbekommen zu haben „ich habe Tobi vorhin angerufen und gesagt dass ich nachkomme. Im Hotel war heute verdammt viel los.“

„Oh, du hast sie knapp verpasst“, antwortete ich lächelnd „sie sind vor ein paar Minuten gesprungen. Aber ich weiß auch nicht wo sie dann hin sind.“

„Hey Engelchen“, flüsterte in diesem Moment die raue Stimme meines Bruders. Susan lachte als er die Arme von hinten um sie schlang.

Das nächste was ich hörte war ein lautes Platsch und Wasser spritzte auf Susan, Liss und mich. Der Grund dafür tauchte im nächsten Moment auf und ich sah Florian vor uns im Wasser, der zunächst den Kopf schüttelte und sich zum Beckenrand hinwandte.

„Na warte du kleine Ratte, das werde ich dir noch heimzahlen!“ dabei funkelte er seinen kleinen Bruder an. Geschwisterliebe. Ich musste lächeln.

Chris grinste spitzbübisch, erwiderte aber nichts. Ohne zu fragen setzte er sich zwischen Liss und mich.

„Na, wie wär´s Ladies? Kleine Abkühlung gefällig?“ er zog dabei eine Augenbraue hoch, wobei er seinem Bruder noch ähnlicher sah.

Chris war mit Liss und mir in einer Klasse, deshalb hing er zwar manchmal mit uns ab, aber meistens klebte er an den Fersen von Flo und dessen Kumpels, wozu auch mein Bruder zählte. Er war ein echter Sonnyboy, und ich konnte mich an unzählige Streiche in der Schule erinnern, die er ausgeheckt hatte.

Liss schnaubte un-damenhaft „Pff, bilde dir mal nichts ein, so heiß bist du dann doch nicht.“

Chris legte sich gespielt verletzt die Hand auf die Brust und seufzte übertrieben „ach verdammt, damit hast du mich jetzt aber schwer getroffen!“

Er drehte sich zu mir um und grinste wieder. Ich machte gerade den Mund auf, um zu protestieren, aber es war zu spät. Das einzige was ich zu fassen bekam, war sein Arm, und mit einer gewissen Genugtuung sah ich noch aus dem Augenwinkel, dass Chris neben mir im Wasser landete. Ich grinste, und schwamm schnell wieder zum Beckenrand, wo mir jemand eine Hand entgegenstreckte. Ohne groß darüber nachzudenken ergriff ich sie, und mit einem Mal stand ich dicht vor Flo. Damit hatte ich jetzt eigentlich nicht gerechnet und erschrocken stolperte ich zurück.

„Uups!“ keuchte ich, als er mich wieder zu sich heranzog, damit ich nicht nochmal im Becken landete.

Er verzog seinen Mund zu einem schiefen Grinsen, ließ mich aber gleich darauf los.

„Wenn er sich nicht bald zusammen reißt, wird er sich vor Morddrohungen kaum noch retten können“, murmelte er in meine Richtung. Sein Blick war dabei auf Chris gerichtet.

Ich warf ihm einen erstaunten, aber belustigten Blick zu. Als ich ihn musterte fiel mir wieder die Ähnlichkeit zwischen den beiden auf. Dieselben markanten Gesichtszüge, mit diesen grauen Augen, die manchmal einen blauen Schimmer zeigten. Beide hatten dunkelblonde Haare..wobei, es war eine Farbe, die ich irgendwie nicht richtig einordnen konnte. Vielleicht auch hellbraun, wie …hmh. Aber der Vergleich, mit Channing Tatum, den Liss vorgeschlagen hatte, war absolut zutreffend.

„Wird wohl Zeit dass man dem Jungen mal Manieren beibringt“, hörte ich Lukas lachen, als er neben uns aufkreuzte. Die beiden waren zwei der besten Freunde meines Bruders. Er schlug Flo leicht auf die Schulter und ich beobachtete, wie sie hinüber gingen und den armen Chris, der gerade aus dem Wasser kam, an Händen und Füßen packte, um ihn mit einem lauten Klatsch wieder hineinzuwerfen.

„Was war das denn?“ fragte Liss mich verächtlich, wobei sie doch ein wenig erstaunt klang.

„Hm was?“ erwiderte ich abwesend.

„Na er“, sagte sie mit einem Nicken in die Richtung, in der Chris, Flo und Lukas jetzt miteinander herumalberten.

„Sei doch froh, dass du nicht im Wasser gelandet bist“, meinte ich nur achselzuckend. Echt. Was hatte sie denn heute wieder für einen Tag?

„Ach!“ Liss winkte ungeduldig ab „das mein ich doch überhaupt nicht, sondern das mit Florian.“

Ich runzelte die Stirn und sah meine Freundin fragend an. Normalerweise verstanden wir uns sogar ohne Worte, aber im Moment verwirrte sie mich nur.

„Flo? Wieso, was war denn?“

„Na, er hat dich praktisch ausgezogen mit seinem Blick.“ Liss warf mir einen schiefen Blick zu „Sophie! Bekommst du denn gar nichts mehr mit?“

Ich war für einen Moment sprachlos, riss mich dann aber schnell zusammen „So ein Quatsch, das hast du dir bestimmt nur eingebildet.“

Liss beobachtete mich immer noch, als wartete sie auf eine verräterische Reaktion meinerseits, zuckte dann aber mit den Achseln als sie offensichtlich aufgab. Vermutlich war sie einfach gereizt, weil Tobi mit Susan händchenhaltend auf uns zukamen.


6.10.14 14:33, kommentieren